Die kurze Antwort
Beim Grading schickst du eine Karte an einen unabhängigen Dienstleister. Der beurteilt den Zustand nach festen Kriterien, vergibt eine Note auf einer Skala bis 10 und versiegelt die Karte anschließend in einem durchsichtigen Halter, dem Slab. Du bekommst damit zwei Dinge: eine Zustandsangabe, über die sich beim Verkauf nicht mehr streiten lässt, und einen dauerhaften Schutz. Die bekanntesten Anbieter sind PSA und BGS. PSA vergibt eine Gesamtnote, BGS zusätzlich vier Teilnoten. Grading kostet Gebühren und dauert je nach Auftragsart Wochen bis Monate. Deshalb lohnt es sich nur, wenn die Karte auch ohne Slab schon einen spürbaren Wert hat und in gutem Zustand ist. Bei einer durchschnittlichen Karte übersteigen die Kosten den Nutzen.
Was der Grader tatsächlich prüft
Vier Kriterien, bei allen Anbietern im Kern dieselben.
Zentrierung. Sitzt das Bild mittig im Rahmen? Das entsteht beim Schneiden in der Produktion, du kannst es nicht beeinflussen. Es ist der häufigste Grund, warum eine optisch makellose Karte trotzdem keine Höchstnote bekommt.
Ecken. Scharf oder stumpf. Schon minimales Ausfransen, das man nur im Streiflicht sieht, kostet.
Kanten. Sauber oder mit weißen Abriebstellen. Bei dunkel gerahmten Karten fällt jeder Abrieb sofort auf.
Oberfläche. Kratzer, Druckstellen, Fingerabdrücke, Produktionsfehler im Druck.
Was die Noten bedeuten
Die Skala reicht bis 10. In der Praxis interessieren vor allem die oberen Stufen:
- 10 gilt als praktisch perfekt. Bei PSA heißt sie Gem Mint.
- 9 ist eine sehr gute Karte mit einem kleinen Makel.
- 8 ist noch attraktiv, aber der Abstand zur 9 ist im Preis oft deutlich.
- Alles darunter ist für die meisten Sammler eine Gebrauchskarte.
Der entscheidende Punkt: Der Sprung von 9 auf 10 ist beim Preis meist größer als der von 8 auf 9. Genau deshalb ist Grading eine Wette. Du zahlst die Gebühr, bevor du die Note kennst.
PSA oder BGS
PSA vergibt eine einzige Gesamtnote. Das macht die Bewertung einfach lesbar, und PSA-Slabs sind auf dem Markt am weitesten verbreitet. Für die meisten Karten ist es der pragmatische Standard.
BGS zeigt zusätzlich die vier Teilnoten für Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche. Du siehst also, woran es lag. BGS hat außerdem eine eigene Spitzenstufe, den Black Label, bei dem alle vier Teilnoten die Höchstnote haben. Der ist entsprechend selten.
Beide sind anerkannt. Welcher Anbieter bei einer bestimmten Karte den besseren Preis bringt, hängt vom jeweiligen Sammlerkreis ab.
Wann sich Grading rechnet
Rechne nüchtern: Gebühr plus Hin- und Rückversand plus Versicherung. Dazu die Wartezeit.
Es lohnt sich, wenn die Karte auch ungegradet schon gefragt ist, sie in sehr gutem Zustand ist und du bei einer hohen Note mit einem deutlichen Aufschlag rechnen kannst. Autogrammkarten und Karten mit getragenem Trikotstück gehören häufig dazu, ebenso Rookie Cards bekannter Spieler.
Es lohnt sich nicht, wenn die Karte sichtbare Makel hat, aus einer sehr großen Auflage stammt oder ihr Wert ohnehin unter den Gesamtkosten liegt. Eine Basiskarte einzuschicken, kostet mehr als sie einbringt.
Was du vorher tun kannst
Sieh dir die Karte selbst an, bevor du sie einschickst. Halte sie schräg ins Licht, prüf die vier Ecken einzeln, fahr mit dem Blick die Kanten ab und sieh dir die Zentrierung im Vergleich zu den Rändern an.
Und ganz wichtig: Versuch nicht, die Karte zu reinigen oder zu begradigen. Jede Nachbearbeitung erkennt ein Prüfer, und sie führt zur Abwertung oder dazu, dass die Karte gar keine reguläre Note bekommt. Eine ehrliche 8 ist besser als eine markierte Karte.
Wie du Karten so lagerst, dass sie überhaupt in gutem Zustand bleiben, steht im Ratgeber Sammelkarten richtig lagern.
Muss ich für den Verkauf graden lassen?
Nein. Eine ungegradete Karte lässt sich genauso verkaufen, der Zustand ist dann nur Verhandlungssache.
Wir kaufen Autogrammkarten und Karten mit getragenen Trikotstücken an, gegradet oder nicht. Schick uns Fotos auf Instagram an @thecardclub.de, dann sehen wir uns das an. Bei einer gegradeten Karte ist die Zustandsfrage nur schon geklärt.
Zur Ankauf-Seite · Woran sich der Wert entscheidet
Häufige Fragen
Wie lange dauert Grading?
Je nach Anbieter und gewählter Bearbeitungsstufe von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten. Schnellere Stufen kosten mehr.
Kann ich einen Slab wieder öffnen?
Technisch ja, sinnvoll fast nie. Die Karte verliert damit die dokumentierte Bewertung und muss neu eingeschickt werden.
Was ist ein Crossover?
Wenn du eine bereits gegradete Karte zu einem anderen Anbieter schickst, um sie dort neu bewerten zu lassen. Das lohnt sich nur, wenn du gute Gründe für eine bessere Einstufung hast.
Sind gegradete Karten fälschungssicher?
Der Slab erschwert Manipulation deutlich und trägt eine Zertifikatsnummer, die sich beim Anbieter nachschlagen lässt. Prüf diese Nummer beim Kauf immer selbst.

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